der angriff des unsichtbaren

ganz vergessen zu verlinken: ein sehr interessanter artikel über sherlock holmes und imperialismus.

Konsequenterweise schuf Conan Doyle mit seinem Privatermittler einen Helden, der all die kranken, gefährlichen, ansteckenden Elemente aus London entfernte, dem Herzen des Imperiums. Die imperiale Angst vor einer Gegeninvasion war groß. So scheint etwa in “Das Zeichen der Vier” einem Burschen von den Andamanen die Rolle des Schurken zuzufallen. Tonga, der am Tatort sein Unwesen trieb, wird beschrieben als “ein dunkelhäutiger, affengesichtiger Kerl”. Das Opfer: ein ehemaliger britischer Soldat, der in Indien diente und von dort einen geheimnisvollen Schatz mitbrachte.

“Betrachten Sie die Tatsachen”, fordert Holmes Watson am Ort des Geschehens auf. ” ,Kleine Fußabdrücke, Zehen nie in Schuhe gezwängt, nackte Füße, eine hölzerne Keule mit Steingriff, große Beweglichkeit, kleine vergiftete Pfeile. Wie entwirren Sie das?’ – ,Ein Wilder!’ “, ruft Watson aus. ” ,Vielleicht einer dieser Inder?’ ” Ein Kerl mit einem “Affengesicht”, ein Kleinwüchsiger, wie sich aus der Fußgröße ablesen lässt: Das folgt ganz dem kolonialen Herrschaftsvokabular, nach dem die “Eingeborenen” unzivilisiert sind wie wilde Tiere, mit dem Verstand von Kindern. (link)

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s

%d bloggers like this: