von der erbsünde

die csu also mal wieder. peter ramsauer fordert, in der kriminalstatistik bei deutschen mit migrationshintergrund auch das herkunftsland zu erfassen, denn

zur bekämpfung der kriminalität gehört, dass man ihre wurzeln klar benennt. (taz 3./4.1.2009, seite 6)

die wurzel allen übels ist also das herkunftsland. wie entlarvend, aber vor allem gefährlich es ist, nur rein “genetische” oder kulturelle und nicht z.b. sozio-ökonomische faktoren für das begehen von straftaten verantwortlich zu machen, zeigt sich schon zwei seiten später in der heutigen ausgabe der taz:

muslime müssen jet verlassen

neun traditionell in langem gewand gekleidete muslime mussten am washingtoner reagan-flughafen wegen sicherheitsbedenken kurz vor dem abflug aus ihrer maschine aussteigen. nachdem sich zwei mitreisende beschwert hatten, weil sie angeblich verdächtige äußerungen der muslime gehört hatten, wurde die gruppe angewiesen, das flugzeug zu verlassen. die muslime, zumeist geborene us-staatsbürger, wollten nach orlando in florida fliegen. unter ihnen waren ein anästhesist, ein anwalt sowie drei kinder. später wurde ihnen die weiterreise erlaubt. (dpa)

da wurde also muslimen das fliegen erst untersagt, weil die “wurzel”, also die herkunft, eben so schön sichtbar ist. genau solche überreaktionen passieren, wenn bestimmte verhaltensmuster nicht individuen, die unter bestimmten rahmenbedingungen gehandelt haben, sondern ganzen (ethnischen) teilen der bevölkerung zugerechnet werden, wie dies eben nach 9/11 mit muslimen geschehen ist (stichwort labeling). im zuge des terror- und damit sicherheitswahns nach 9/11 bestimmte gruppen noch stärker zu brandmarken kann eigentlich niemand wollen, da es zur bekämpfung von kriminalität überhaupt nicht geeignet und auch nicht relevant ist, aus welchem land menschen ursprünglich stammen; dieser ansatz ist ausschließlich kontraproduktiv. niemand kann das wollen, außer der csu.

[nachtrag 04.01.] und genau von z.b. solchen cdu/csu-fans wird dann wieder eine hetzstimmung erzeugt,  populismus mit ausländern geht halt immer. der knaller:

Wenn wir in einem Land, dass in wenigen Jahrzehnten zu mehr als der Hälfte von Menschen mit Migrationshintergrund bewohnt wird diese Probleme, die zunehmend auch sie selbst und andere Mitglieder ihrer Migrationsherkunft betreffen nicht mehr ansprechen dürfen, werden wir bald private Sicherheitsdienste und umzäunte Vorstädte wie in Brasilien erleben – mit allen ökonomischen, sozialen und die Sicherheit betreffenden Folgen.

man beachte auch die qualifizierten kommentare zur diskussion, vor allem können menschen mit dunkler hautfarbe anscheinend keine deutschen sein:

Berliner Kindl meint:

3.Januar 2009 at 01:38

“Vergewaltigung in Freiburg – Täter ein Kölner?”

Und dann dieses Foto…

http://www.presseportal.de/polizeipresse/pm/12415/1329442/polizei_koeln/

…der typische Kölner eben.

Gefunden bei fact-fiction.net (Faber)

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