stockholm filmfestival (2)

am samstag abend ging es dann weiter. zu sehen gab es den neuen von wes anderson, definitv der beste von den dreien die ich bis jetzt gesehen habe.

the darjeeling limited

ein wirklich hervorragender film, auch wenn er an meinen persönlichen favoriten von ihm – the life aquatic – nicht herankommt. im zentrum der geschichte steht eigentlich wie immer eine kaputte familie, dieses mal ist es der kontrollzwang der sie kaputt gemacht hat und die reise durch indien soll eine spirituelle befreiung werden. erzählt wird sie anhand der drei brüder francis, peter und jack – den toten vater bekommt man nie zu gesicht und die mutter sieht man nur gegen ende des films. vom tempo erinnert er stark an eine ensemble komödie, was durch die drei hauptdarsteller auch wunderbar getragen wird. oberflächlich mag er leichter wirken als seine letzten beiden filme, da themen eben nicht so offensichtlich angesprochen werden. bei all den wunderschönen aufnahmen und witzig-absurden situationen läßt der film die zugrundeliegende tragik der familien-bindung aber nie vergessen – ohne dabei ins melodramatische abzudriften, was ihm hoch anzurechnen ist. die musik ist wie immer großartig, herausragend finde ich aber den gastauftritt von bill murray, der den film eröffnet (murray hat nur zwei kurze szenen im ganzen film, der fokus liegt die ganze zeit über wirklich auf den drei brüdern).

wenn man sich während des films schon fragt, wie er die geschichte denn nun bitte enden lassen will, ist man ähnlich wie bei lost in translation dankbar dass man nicht versteht was am ende gesagt wird. der film hätte durch ein anderes ende so leicht kaputt gemacht werden können, aber so wird das zurücklassen des gepäcks zu einem vielleicht fast schon kitschigen, dennoch würdigen abschluß (was die filme der letzten jahre angeht bleibt das ende von broken flowers aber immer noch unerreicht).

den vorfilm hotel chevalier, der einem ein bißchen über die beziehung zwischen jack und seiner ex-freundin erzählt, konnte man sich bis vor kurzem umsonst bei itunes mit einem us-account herunterladen, bei youtube wird er dauernd gelöscht. schade, denn er ist wirklich sehenswert.

el topo

nachts habe ich dann zuhause noch el topo gesehen. unser flötenspielender held reitet ganz in schwarz mit seinem nackten sohn herum, befreit die gegend und die gefangengehaltene sklavin von der existenz des colonels und läßt seinen sohn zurück. auf rat der ex-sklavin tötet er die vier gunmaster, um der beste zu werden, da sie ihm aber alle überlegen sind schafft er es nur durch tricksen oder glück. als er dann seine waffe wegwirft weil er nicht mehr will, wird er von der frau, die sie unterwegs getroffen haben und die sich wahrscheinlich in mara, die ex-sklavin verliebt hat, über den haufen geschossen und die beiden frauen reiten weg. damit beginnt der zweite teil des films, wobei jede hälfte ziemlich genau eine stunde lang ist. el topo wird von ein paar krüppeln eingesammelt, erwacht nach ein paar jahren wieder, hilft ihnen einen tunnel aus der höhle zu buddeln in der sie eingesperrt wurden, trifft seinen sohn wieder, der mittlerweile mönch ist und ihn töten möchte, rettet eine stadt vor einer komischen sekte indem er sie tötet und zündet sich dann selbst an.

dieser film ist ein wunderschön altmodischer western mit verwaschenen farben, gleichzeitig ist er auch ein stück kunstfilm, extrem kompromisslos und brutal – herausragende bilder, unglaublich gute musik, gebrochen mit szenen, in denen sich die gewalt graphisch eindrucksvoll entlädt. ein dreckiger kunstwestern also, angereichert mit christlichen und östlichen religionsbezügen.

colonel: quién eres tú para hacer justicia?

el topo: soy dios!

so muss ein westernheld, dessen tod von anfang an absehbar ist, reden. der film hat im ersten teil etwas episodenhaftes, im zweiten teil wird er etwas ruhiger. nach der grandiosen einführung muss der maulwurf die vier master töten, weil die frau es so will. d.h. es gibt aneinandergereihte shootouts mit so tollen charakteren wie dem hasen-mann, dem alle hasen sterben weil el topo in sein gehege gestiegen ist und die vor dem duell noch zusammen musik machen. also ein richtig schmutziger oldschool western (vielleicht abgesehen von den hasen und der flöte), wo die männer noch richtige schweine und die frauen richtige huren sind. die auspeitschszene zwischen den beiden frauen geht sogar als exploitation-western durch, ein genre das so gut wie gar nicht existiert, was eigentlich schade ist. mir fällt gerade nur the female bunch ein.

ein meisterwerk, auch wenn man ihn nicht nachts um zwei mit einer flasche wein guckt.

zum abschluß the ghosts you draw on my back von múm mit bildern aus dem film:

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3 comments
  1. adi said:

    simon! du hast das ende verraten! das geht doch nicht! nejnej….
    trotzdem hervorragene rezensionen. hut ab.
    adi

  2. adi said:

    zu dem video:
    jetzt wird mir die bedeutung von killer-rabbits klar. wenn bloß alles so verständlich wär…

  3. hampuslarsson said:

    ne das habe ich nicht, also auf jeden fall nicht vollständig. das ende bei diesem film ist aber auch nicht wirklich so wichtig, ich könnte dir damit den spass auf keinen fall verderben. wenn ich dich ärgern möchte muss ich nur dieses t-shirt anziehen.

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