hampus i sverige

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schatten über hollywood

February 18, 2009 · 1 Comment

montag, den 26.1., war es dann also soweit: einer der helden meiner kindheit, oliver rohrbeck, besser bekannt als justus jonas, deutsche stimme von ben stiller und betreiber der lauscherlounge, war zu besuch bei uns an der uni im seminar “filmsynchronisation und übersetzungsprobleme”. thema war seine arbeit im speziellen und die synchronisationsbranche und ihre abläufe im allgemeinen. es wurden zwei wirklich sehr amüsante und interessante stunden, da er ein angenehmer und witziger redner ist, der seinen gesamtüberblick über die synchronisationsarbeit durch viele anekdoten und auch kritische betrachtungen aufzulockern wusste. kein wunder, ist er doch mit anfang 40 schon seit über 30 jahren im geschäft – angefangen hat er im alter von sieben jahren, seit er 27 ist arbeitet er zudem noch als synchronregisseur. im folgenden also meine notizen, leicht ausformuliert. allerdings setze ich hier schwerpunkte bei seinen ausführungen zur “behinderung” der eigentlichen arbeit durch raubkopierschutzmaßnahmen sowie allgemein interessante aspekte zu dem thema, den allgemeinen ablauf einer synchronisation, der den leitfaden für seinen vortrag bildete, lasse ich hier weitestgehend unerwähnt.

eröffnet wurde sein vortrag mit der anschaulichen problematik des zeitdrucks, mit dem die synchronbranche zu kämpfen hat (dies aber nicht als erklärungsversuch für schlechte synchronisationen, er ist sich der grenzen von übersetzung sehr wohl bewußt, vor allem aus seiner arbeit als synchronregisseur heraus – dabei verwies er auch auf den unterschied tv – kino; für tv-synchros ist einfach viel weniger zeit und geld vorhanden, so dass diese oftmals schlechter sind). aber nun der allgemeine zeitdruck: einem film geht oftmals jahrelange planung voraus (produzenten, verleiher etc.), die synchronfirmen erhielten den auftrag normalerweise erst 3-4 monate vor filmstart, heutzutage sogar noch knapper (ca. 1 monat vor kinostart) aufgrund der “raubkopier”-problematik, aber auch wegen des gleichzeitigen weltweiten starts von großen produktionen (ebenfalls wg. raubkopierern?).

über die maßnahmen, um raubkopiererei einzudämmen, äußerte er sich dann auch einige male sehr kritisch, da diese anscheinend die arbeit an sich behindern. früher lag den synchronfirmen der fertig geschnittene film für die synchronarbeit vor, heutzutage müssen sie mit ersten schnittfolgen oder einem rohschnitt arbeiten. wenn der film dann umgeschnitten wird, war die arbeit an somit entfallenen oder veränderten szenen also völlig umsonst. zudem ist die qualität dieser arbeitsmaterialien unglaublich schlecht. er hatte ein beispielexemplar dabei: der ton war so komprimiert, dass hintergrundgemurmel etc. gar nicht zu verstehen war; das bild so dunkel und pixelig, dass über gefühlsregungen der schauspieler auch nur spekuliert werden konnte.

die verrückteste anti-piracy-maßnahme beschrieb er allerdings für zeichentrickfilme, hier japanische animes. auf den ihnen zur verfügung stehenden videos waren nur die vergrößerten münder zu sehen, der rest war mit blenden abgedeckt. und als synchronregisseur, der kein japanisch kann, ist die einzige möglichkeit in so einem fall, über die entsprechenden gefühlsregungen der figur zu spekulieren. am ende, beim abgleich mit der vollständigen episode, sieht man erst dass der charakter traurig und nicht wütend oder fröhlich oder sonstwas ist und muss das take eben nochmal einsprechen.

eigene meinung: diese bescheuerten maßnahmen, die letztendlich die synchronarbeit nur zusätzlich erschweren und das endprodukt damit wahrscheinlich noch zusätzlich negativ beeinflußen, sollte man einfach aufgeben. denn irgendwie, meistens durch filmindustrie-insider, schaffen es die filme doch vor ihrem starttermin ins netz. mehr zeit für synchronarbeit unter besseren bedingungen und dvds, an denen der zahlende kunde keinen nachteil hat, wären geeignetere maßnahmen, raubkopiererei zu begrenzein. eindämmen läßt sie sich sowieso nicht.

zurück zum eigentlichen thema: interessant fand ich anekdoten wie z.b. dass filme, die für die degeto synchronisiert werden, immer grammatikalisch korrekt sein müssen. das hat zur folge, dass auch leute im ghetto nach einem “wegen” den genitiv benutzen müssen.

auf fsk-freigaben muss auch geachtet werden, allerdings nicht immer so wie man sich das vorstellt. bei “horton hört ein hu”, wo er als synchronregisseur (bin mir grad nicht mehr sicher) verantwortlich war, musste aus “whirlpool” “blubberbad” gemacht werden, weil er ab 0 freigegeben war.

mir unbekannt war auch, daß synchronisationen heutzutage oft zentral abgemischt werden, d.h. der französische, deutsche etc. synchronregisseur wird dann nach london eingeflogen, um wenigstens ein bißchen kontrolle über die endmischung zu haben. so käme es öfter vor, dass der mischer selber gar kein deutsch kann und die falschen sätze in den vordergrund stellt.

um nochmal den bezug zur linguistik herzustellen: dieses auseinanderreißen von prozeßen (rohübersetzung ohne film, synchronregisseur ohne anpassungsmöglichkeiten) führt in aller regel dazu, dass die anforderungen an synchronisation von thomas herbst so gut wie nie efüllt sind (thomas herbst ist so ziemlich der einzige linguist in deutschland, der sich ernsthaft mit filmsynchronisation auseinandersetzt).

in zusammenhang mit der synchronisation von filmen sind im wesentlichen zwei grundgedanken wichtig, die von weiten teilen der modernen übersetzungswissenschaft vertreten werden:

1. die bestimmung des wesens der übersetzung als kommunikatives übersetzen, was bedeutet, daß das gelingen einer übersetzung vor allem daran zu messen ist, ob beziehungsweise inwieweit der zielsprachliche text dieselbe funktion in hinblick auf sein zielpublikum erfüllt wie der ausgangssprachliche (soweit das bei der übersetzung überhaupt intendiert ist).

2. die überzeugung, daß die grundeinheit jeglichen übersetzens der text – und nicht das wort oder der satz – darstellt.

(thomas herbst 2003: müssen frühe vögel würmer fangen? in: schnitt. das filmmagazin, ausgabe 29. seite 24)

wie oliver rohrbeck ansprach, gibt es leider immer noch die aufteilung rohübersetzung (oftmals eben literarische und wörtliche übersetzung, deswegen gibt es z.b. oft die “schrift”-vergangenheit präterium in der gesprochenen sprache in filmen) und synchronregisseur, was an sich wohl ein unlösbares problem ist, da sie eben jeweils nur eine sache wirklich gut können. problematisch ist eben, dass es keine zusammenarbeit zwischen beiden gibt.

und der (an sich begrüßenswerte) “kontrollwahn” der studios, damit sich blödelsynchronisationen (siehe: die zwei, jeder asiatische film in dem 70ern und 80ern) nicht wiederholen, verhindert funktionales übersetzen nach herbst sowie erschwert die arbeit an einer übersetzung, die sich nicht wortgetreu, aber eben sinngetreu am text hält, noch zusätzlich. so müssen synchronstudios, nachdem sie eine übersetzung angefertigt haben, diese zurückübersetzen um anschließend lange gespräche mit den studios zu führen, wieso sie z.b. ein wort ausgetauscht oder einen satz leicht geändert haben. die erklärung, dass man das im deutschen so sagt und es der funktion des originals am nächsten kommt, wird dabei oft nicht verstanden.

soweit also gedanken hierzu. war jetzt leider doch relativ wenig über die eigenheiten von synchronisation an sich im vergleich zu anderen übersetzungen. ich werde bestimmt bald noch etwas zu spezifischen problemen der synchro schreiben, spätestens nach meinem bachelor. als abschluß schon mal ein beitrag von deutschlandradio kultur von letztem mittwoch, der synchronisation nicht unter linguistischen aspekten und weitaus kritischer vorstellt: das kino spricht deutsch. glanz und elend der synchronisation.

knaller der sendung, völlig aus dem kontext gerissen:

das bedeutet natürlich keineswegs, dass synchronisation in irgendeiner weise faschistisch ist

extrem interessant fand ich eine ausführung des filmwissenschaftlers joseph garncarz zur “dominanz des wortes” bei synchronisationen, meiner meinung nach auch etwas worunter deutsche film- und kinoproduktionen an sich kranken, also nicht nur synchronisationen; sehr viel worte und wenig bildkomposition.

wenn man amerikanische filme in der originalfassung im kino sieht, ist das beinahe so wie in der oper: ich habe mich gewundert, dass ich alles mögliche nicht verstehe und dachte, meine sprachkompetenz ist zu eingeschränkt. aber als ich die filme zusammen mit amerikanern gesehen habe, ging es denen nicht anders. das heisst in der amerikanischen synchronisation kommt es gar nicht darauf an, dass man immer alles versteht, was gesagt wird. die musik schiebt sich manchmal in den vordergrund und verunmöglicht die verständlichkeit der sprache. wenn man sich diese filme in der deutschen synchronisation ansieht, wird immer wert darauf gelegt, dass alles verständlich bleibt. die filme sind so gemischt, dass die musik leiser wird, wenn gesprochen wird. diese dominanz der sprache, das primat der verständlichkeit scheint besonders charakteristisch zu sein für die synchronisation amerikanischer filme in deutschland, und zwar bereits immer.

wegen des titels: es tut mir leid, ich konnte es mir nicht verkneifen … aber leider wieder keine sehr gute folge.

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out of reach

January 8, 2009 · Leave a Comment

manchmal weiß man schon von dem rückseitentext einer dvd, dass man ein meisterwerk in den händen hält:

steven seagal ist ex-geheimagent billy ray lancing, ein survival-spezialist. die natur bietet ihm zuflucht, denn er versteckt sich vor seinen ehemaligen auftraggebern. der einzige mensch, zu dem er kontakt hält, ist irena: ein elternloses polnisches mädchen, mit dem er eine intensive brieffreundschaft pflegt. (out of reach)

warum seine projekte seit on deadly ground (hauptdarsteller, regisseur, co-Produzent — arbeitstitel: rainbow warrior! und spirit warrior! name des hauptcharakters: forrest taft!) immer ambitionierter wurden, erklärt sich natürlich dadurch, dass jeder etwas sinnvolles für spätere generationen zurücklassen möchte:

i am hoping that i can be known as a great writer and actor some day, rather than a sex symbol. (quelle)

du wirst es schaffen, steven, allein schon für die ansprache am ende von on deadly ground.

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nochmal ingmar bergman

October 29, 2008 · Leave a Comment

der spiegel 1960 in einem langen, lesenswerten artikel über bergman allgemein, seinen film “jungfrauenquelle” und den bedeutungskosmos seiner filme: magus aus norden

Die Gründe für die Beschlagnahme -Order konnten Kinobesitzer und Verleiher dem Beschluß des Amtsgerichts München entnehmen. “Die Schändung wird in einer Ausführlichkeit gezeigt”, schrieb der Amtsrichter, “die absolut nicht zum Verständnis der Filmhandlung erforderlich und demnach überflüssig ist.” Die Untat werde ersichtlich nur zu dem Zweck dargeboten, dem Geschmack eines gewissen Filmpublikums entgegenzukommen und ihm sexuell anreizenden, die Lüsternheit befriedigenden Filmstoff zu bieten”.

[...]

In Hamburg begutachtete ein Trupp Staatsanwälte, von der Kunde aus München alarmiert, die “Jungfrauenquelle” in einer Sonderveranstaltung, nahm aber keinen Anstoß an den 16 Metern Vergewaltigung.

[...]

Weil die Gesundheitsbehörde “pornographische Geräuscheffekte” bei einer Vergewaltigungsszene beanstandet hatte, verbot das oberste finnische Gericht die weitere Aufführung des schwedischen Films “Jungfrauenquelle”. Die optische Darbietung der Vergewaltigung wurde nicht moniert.

und weil es so schön passt, hier noch die bergman parodie “de düva” (the dove):

(gefunden hier, inkl. zwei weiterer parodien)

zum abschluß der nachruf auf bergman aus der new york times.

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der beste filmtrailer

March 25, 2008 · Leave a Comment

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sport ist mord

March 23, 2008 · Leave a Comment

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tolle sätze (2)

March 22, 2008 · Leave a Comment

jöns: är det frun fortfarande?

plog: ja, jag har inte hittat henne.

jöns: ja det är ett helvete med kvinnor och ett helvete utan kvinnor. så hur man resonerar är det ändå mest logiskt att slå hjäl dem mens det är som roligast.

plog: käringtjat och svinmat.

jöns: barnskrik och pissblöjor.

plog: vassa naglar och spydigheter.

jöns: hugg och slag och fans moster till svärmor.

plog: och så när man ska lägga sig att sova …

jöns: en ny melodi …

plog: tårar, gnäll och jämringar i himlens höjd.

jöns: varför kysser du mig inte godnatt?

plog (på samma sätt): varför sjunger du inte en sång?

jöns: varför älskar du mig inte som när vi träffades först?

plog: varför tittar du inte på min nya särk?

jöns: du bara vänder ryggen till och snarkar.

plog: fy fan!

jöns: fy fan. och nu är hon borta! gläd dig!

plog (ursinnig): jag ska knipa dem i näsan med tången. jag ska bulta dem på bröstkorgen med lilla hammaren, jag ska knacka dem så lätt i skallen med stora släggan.

lisa: plog, lilla plogen min. lilla rara plog, förlåt mig för allting!

jöns: om ett ögonblick börjar hon gråta.

lisa: jag måste gråta. det är så hemskt allting. den här herrn han har lurat mig så förskräckligt så det kan du inte tro.

skat: hör nu kunigunda, om nu sanningen ska fram så…

jöns: snart kommer talet om älsklingsrätterna, så vänta bara.

lisa: lille plog när vi kommer hem så ska jag laga kroppkakor åt dig med rotmos och lingon, det är det bästa du vet, inte sant lille plog?

plog: ja, men först måste jag slå ihjäl honom där.

lisa: javisst. slå ihjäl honom bara. slå ihjäl honom riktigt ordentligt. o, o, jag tycker inte alls om honom längre.

jöns: milde herre gud, varför gav du oss kvinnan?

[das siebente siegel]

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tolle sätze

March 21, 2008 · Leave a Comment

idiot punk: you look like a clown in that stupid jacket.

sailor: this is a snakeskin jacket, and for me it’s a symbol of my indiviuality and my belief in personal freedom.

idiot punk: asshole.

sailor: come here.

lula: i’d stand by you, sailor. through anything.

sailor: hell, peanut. you stood by me after i planted bob ray lemon.  a man can’t ask for more than that.

lula: you move me, sailor. you really do.

[wild at heart]

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stockholm filmfestival (3)

November 24, 2007 · Leave a Comment

donnerstag abend dann also persepolis. selber schreibe ich dazu jetzt nichts, wurde der film hier doch sehr gut beschrieben. ausser dass mich der schwarz-weisse zeichenstil wirklich beeindruckt hat. absolut empfehlenswert, jeder der die chance bekommt ihn zu sehen sollte es auch tun.

freitag nachmittag habe ich taxi driver gesehen. dazu muss ich auch nichts schreiben, nehme ich mal an. immer noch ein sehr eindrucksvoller film und ich bin immer wieder über die ungleich größere wirkung überrascht, die filme im kino entfalten, wenn ich filme sehe die ich vorher nur auf dem fernseher gesehen habe.

[nachtrag]

hier der trailer zu persepolis:

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stockholm filmfestival (2)

November 22, 2007 · 3 Comments

am samstag abend ging es dann weiter. zu sehen gab es den neuen von wes anderson, definitv der beste von den dreien die ich bis jetzt gesehen habe.

the darjeeling limited

ein wirklich hervorragender film, auch wenn er an meinen persönlichen favoriten von ihm – the life aquatic – nicht herankommt. im zentrum der geschichte steht eigentlich wie immer eine kaputte familie, dieses mal ist es der kontrollzwang der sie kaputt gemacht hat und die reise durch indien soll eine spirituelle befreiung werden. erzählt wird sie anhand der drei brüder francis, peter und jack – den toten vater bekommt man nie zu gesicht und die mutter sieht man nur gegen ende des films. vom tempo erinnert er stark an eine ensemble komödie, was durch die drei hauptdarsteller auch wunderbar getragen wird. oberflächlich mag er leichter wirken als seine letzten beiden filme, da themen eben nicht so offensichtlich angesprochen werden. bei all den wunderschönen aufnahmen und witzig-absurden situationen läßt der film die zugrundeliegende tragik der familien-bindung aber nie vergessen – ohne dabei ins melodramatische abzudriften, was ihm hoch anzurechnen ist. die musik ist wie immer großartig, herausragend finde ich aber den gastauftritt von bill murray, der den film eröffnet (murray hat nur zwei kurze szenen im ganzen film, der fokus liegt die ganze zeit über wirklich auf den drei brüdern).

wenn man sich während des films schon fragt, wie er die geschichte denn nun bitte enden lassen will, ist man ähnlich wie bei lost in translation dankbar dass man nicht versteht was am ende gesagt wird. der film hätte durch ein anderes ende so leicht kaputt gemacht werden können, aber so wird das zurücklassen des gepäcks zu einem vielleicht fast schon kitschigen, dennoch würdigen abschluß (was die filme der letzten jahre angeht bleibt das ende von broken flowers aber immer noch unerreicht).

den vorfilm hotel chevalier, der einem ein bißchen über die beziehung zwischen jack und seiner ex-freundin erzählt, konnte man sich bis vor kurzem umsonst bei itunes mit einem us-account herunterladen, bei youtube wird er dauernd gelöscht. schade, denn er ist wirklich sehenswert.

el topo

nachts habe ich dann zuhause noch el topo gesehen. unser flötenspielender held reitet ganz in schwarz mit seinem nackten sohn herum, befreit die gegend und die gefangengehaltene sklavin von der existenz des colonels und läßt seinen sohn zurück. auf rat der ex-sklavin tötet er die vier gunmaster, um der beste zu werden, da sie ihm aber alle überlegen sind schafft er es nur durch tricksen oder glück. als er dann seine waffe wegwirft weil er nicht mehr will, wird er von der frau, die sie unterwegs getroffen haben und die sich wahrscheinlich in mara, die ex-sklavin verliebt hat, über den haufen geschossen und die beiden frauen reiten weg. damit beginnt der zweite teil des films, wobei jede hälfte ziemlich genau eine stunde lang ist. el topo wird von ein paar krüppeln eingesammelt, erwacht nach ein paar jahren wieder, hilft ihnen einen tunnel aus der höhle zu buddeln in der sie eingesperrt wurden, trifft seinen sohn wieder, der mittlerweile mönch ist und ihn töten möchte, rettet eine stadt vor einer komischen sekte indem er sie tötet und zündet sich dann selbst an.

dieser film ist ein wunderschön altmodischer western mit verwaschenen farben, gleichzeitig ist er auch ein stück kunstfilm, extrem kompromisslos und brutal – herausragende bilder, unglaublich gute musik, gebrochen mit szenen, in denen sich die gewalt graphisch eindrucksvoll entlädt. ein dreckiger kunstwestern also, angereichert mit christlichen und östlichen religionsbezügen.

colonel: quién eres tú para hacer justicia?

el topo: soy dios!

so muss ein westernheld, dessen tod von anfang an absehbar ist, reden. der film hat im ersten teil etwas episodenhaftes, im zweiten teil wird er etwas ruhiger. nach der grandiosen einführung muss der maulwurf die vier master töten, weil die frau es so will. d.h. es gibt aneinandergereihte shootouts mit so tollen charakteren wie dem hasen-mann, dem alle hasen sterben weil el topo in sein gehege gestiegen ist und die vor dem duell noch zusammen musik machen. also ein richtig schmutziger oldschool western (vielleicht abgesehen von den hasen und der flöte), wo die männer noch richtige schweine und die frauen richtige huren sind. die auspeitschszene zwischen den beiden frauen geht sogar als exploitation-western durch, ein genre das so gut wie gar nicht existiert, was eigentlich schade ist. mir fällt gerade nur the female bunch ein.

ein meisterwerk, auch wenn man ihn nicht nachts um zwei mit einer flasche wein guckt.

zum abschluß the ghosts you draw on my back von múm mit bildern aus dem film:

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stockholm filmfestival

November 20, 2007 · Leave a Comment

wie der name schon sagt, ist hier seit donnerstag filmfestival. vom 15.-25. nobember gibt es ein wirklich breites angebot an filmen, was einen umso schmerzlicher daran erinnert, wie gut man es als student im gegensatz zur arbeitenden bevölkerung hatte. mein jetziges nicht-student-sein schließt dauerfilmgenuß auf jeden fall aus. ebenso die zweite mail der beim filmfestival zuständigen person für freiwillige mitarbeiter (im gegenzug erhält man einen festivalpass), die mir von der ersten mail versprochen wurde, aber leider nie ankam. so muss ich nun also bezahlen, und so moderat die preise auch für schweden sind, hat der restliche preisstandard doch erhebliche lücken in meinem portemo portmon geldbeutel hinterlassen. so werde ich also wohl nur sieben filme sehen.

the go-getter

freitag waren es gleich zwei. der erste film auf einem filmfestival überhaupt für mich war the go-getter, eine nette, klassische indie coming-of-age geschichte, eingebettet in ein roadmovie. zooey deschanel, die auch in der unglaublich verkorksten filmversion des hitchhikers guide to the galaxy mitspielt, ist absolut bezaubernd; der thumbsucker typ spielt auch überzeugend, vor allem aber stimmt die chemie zwischen den beiden. man nimmt ihnen das leise, das zärtliche ab. der hauptdarsteller macht erste erfahrungen mit drogen, liebe und der erwachsenen realität, verbunden wird dies mit einer kindlich-verspielten vorstellung des westerns, der als so etwas wie ein leitmotiv fungiert (jedenfalls seine reliquien, vor allem der cowboyhut und die spielzeugpistole). der hauptdarsteller fährt mit der asche seiner mutter in einem geklauten auto durch die usa um seinen bruder zu finden, dabei freundet er sich über das im auto liegende handy mit der besitzerin an. beim sehen selbst haben mich die natürlich vorhandenen klischees eines independent-film teilweise erheblich gestört, die stilisierten einstellungen gegen die sonne etc. – was wahrscheinlich stimmungsbedingt war, da es eben nur wenige filme ohne diese klischees gibt und es einige sehr schöne bilder zu sehen gab. im nachhinein kamen dann aber immer mehr szenen zurück, die einfach unglaublich charmant gespielt waren. so ist der film also definitv kein meisterwerk, zeigt aber hervorragend zu was die beiden hauptdarsteller fähig sind.

das beste an dem film war aber der soundtrack von matt ward, den ich schon immer sehr gern mochte (adi, gefällt dir bestimmt, vor allem die lieder mit country-einschlag, was eigentlich alle sind).

waitress

danach gabs dann waitress, ein film zu dem ich nicht viel schreiben möchte, da ich so schnell es geht vergessen will dass ich ihn mir wirklich komplett angetan habe. klebriger und süßer als alle kuchen zusammen in diesem film wird eine geschichte erzählt, die einem aufgrund stereotyper charakterzeichnung und schlecht gefälschten südstaaten-dialekten zu keiner zeit ermöglicht mitzufühlen. so sollte es dann wohl eine komödie sein, was aber bei mir auch nicht wirklich funktioniert hat. spätestens als die hauptdarstellerin angefangen hat beim backen ein lied zu singen, dass ihre mutter schon gesungen hat, hatte ich nur noch haß übrig für diese leute. deprimierender höhepunkt war dann, als beim offensichtlichen ende des films das kino ebendieses beklatscht hat. in schweden ist also nicht alles besser.

zu hause habe ich dann noch stranger than fiction angesschaut, trotz einiger schwächen ein guter film. ich mag ja maggie gyllenhal und will ferrell sehr.

glory to the filmmaker!, der neue von takeshi kitano, werde ich leider nicht sehen können, da ich jedesmal in einem anderen film sitzen werde. mist.

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und so

November 8, 2007 · 4 Comments

 

[...] seine Liebe zu Grenzerfahrungen kennt keine Grenzen.

ich weiss ja nicht ob mir dieser satz als einstieg zu einer werner herzog film-rezension wirklich gefällt, und ich weiss auch nicht ob ich diesen satz ironisch oder schlecht geschrieben auffassen soll. in beiden fällen ist er daneben. der artikel ist aber ganz gut.

und wo wir schon bei der zeit sind: dieser artikel ist auch wirklich lesenswert:

Über die in der Bundesrepublik lebenden Ausländer berichten deutsche Massenmedien ähnlich wie über das Ausland – nämlich nur im Ausnahmefall, der möglichst spektakulär sein und katastrophische Züge tragen sollte.

[...]

»Ethnisierung« ist ein sozialer Ausgrenzungsmechanismus, der Minderheiten schafft, diese (fast immer) negativ etikettiert und damit die Privilegien einer herrschenden Mehrheit zementiert. Je unerbittlicher im Zuge der Globalisierung das Thema Konkurrenz ins Zentrum zwischenstaatlicher und zwischenmenschlicher Beziehungen rückt, desto leichter lassen sich kulturelle Differenzen politisch aufladen.

[...]

Als eine Frankfurter Familienrichterin im März 2007 einer Scheidungswilligen die Aufhebung des Trennungsjahres verweigerte, weil die mit einem gewalttätigen Marokkaner verheiratete Frau habe voraussehen müssen, dass er sein religiös verbrieftes Züchtigungsrecht wahrnehme, empörten sich die Medien nicht etwa über die verkürzte, unhistorische Koran-Auslegung der Juristin, sondern über ihre Rücksichtnahme auf eine fremde Rechtsauffassung.

bassplayer.jpg

(via)

habe mir heute “kling klang” von tussle gekauft, eine wirklich sehr gute platte. ein bißchen tortoise und viel minimal, immer tanzbar.

und gestern habe ich den halbbruder von elton john gesehen. toll.

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